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Telemonitoring in der außerklinischen Intensivpflege – Potenziale für Patienten und Angehörige

Warum Telemedizin bei außerklinischer Intensivpflege zunehmend wichtig wird

Die Versorgung von Menschen mit intensivpflegerischem Bedarf — insbesondere invasiv oder nicht-invasiv beatmeter Personen — stellt hohe Anforderungen an Pflege, Technik und Organisation. Das ­Intensivpflege‑ und Rehabilitationsstärkungsgesetz (GKV-IPReG) bildete 2020 die rechtliche Grundlage für die außerklinische Intensivpflege nach § 37c SGB V. Parallel wächst die Zahl der Versorgungstage und damit die Bedeutung innovativer Versorgungsformen wie Telemonitoring („Fernüberwachung“) im ambulanten Kontext.

Aktueller Forschungsstand & vergleichbare Studien

Eine aktuelle Studie zur Telemedizin in der außerklinischen Intensivpflege zeigte: In einer Versorgungsgruppe mit Videokonsultationen und Auswertung von Beatmungs- und Gerätedaten konnte bei 23 von 31 beatmeten Personen die Beatmungszeit verkürzt werden; bei 5 Personen war nur noch nächtliche Beatmung nötig, bei 4 Personen konnte die Beatmung ganz beendet werden. Weitere Publikationen identifizieren Telemedizin als potenziellen Baustein zur Verbesserung der Versorgung und zur Kostenreduktion im Bereich häuslicher Beatmung.  Gleichzeitig zeigt ein Scoping Review aus Deutschland, dass es trotz dieser Ansätze noch große Forschungslücken bei Versorgungsqualität, Selbstbestimmung und Wohnformabhängigkeit gibt.

Welche konkreten Vorteile ergeben sich für die Betreuung zu Hause?

  • Frühzeitige Interventionen: Telemonitoring erlaubt es, Beatmungs- oder Sauerstoffwerte zeitnah auszulesen und Ungleichgewichte oder physiologische Verschlechterungen früh zu erkennen.
  • Reduzierung der Beatmungsdauer: Durch gezielte Überwachung und ärztliches Feedback konnten in Studien bereits Entwöhnungsschritte ermöglicht werden.
  • Stärkere Einbindung von Angehörigen: Die digitale Verbindung zu Fachärzt*innen ermöglicht Angehörigen eine bessere Orientierung, da Pflegeabläufe und Therapieziele transparenter werden.
  • Lebensqualität und Teilhabe: Mit besserer Versorgung und weniger Klinikaufenthalten kann das Zuhause als Wohnort stabiler bleiben, was die Lebensqualität der Betroffenen und Angehörigen verbessert.